Langzeittest KTM 790 Duke – 15000 KM, 2 Jahre

Langzeittest KTM 790 Duke – seit nun mehr 2 Jahre fahre ich bereits Kati, oder genauer gesagt meine KTM 790 Duke aus 2018. Wir hatten viel Höhen und Tiefen. Kann man ihr, ihre Fehler verzeihen? Die meisten Ja, auch wenn es nach dem X-ten Defekt teilweise schon sehr schwerfällt. Hier einmal eine kleine Zusammenfassung, bzw. mein Langzeittest zur KTM 790 Duke.

Der Kauf

Ich war nach meiner Honda NC750 X DCT auf der Suche nach einer Maschine mit etwas mehr Leistung. Aber da ich durch das famose DCT (Doppelkupplungsgetriebe) sehr verwöhnt war, wollte ich eine Maschine die ähnliches zu bieten hat. Automatik gibt es so gut wie nur von Honda. Aber hier wurde ich nicht fündig. Da kam mir die KTM 790 Duke gerade recht. Leicht, wendig, genug Leistung und ganz wichtig Quickshifter mit Blipper. Also ab zur Probefahrt und ich war verliebt. Ein Motorrad das sich so leicht händeln lässt und dazu noch so schön spritzig fährt, dazu den Quickshifter. Perfekt.
Also direkt nach der Probefahrt mit meinem Händler die Übernahme des Vorführers gesichert. Im Juni 2018 dann direkt abgeholt und mir fehlte meine Scheibe. OK, hier wurde ich bei Puig fündig. Danach passte es. Doch leider kamen immer wieder Probleme. Ich möchte sie hier nicht alle aufzählen und verweise hier auf meinen Beitrag dazu. Hier findet ihr teilweise auch gleich die passende Lösung.

Probleme und trotzdem glücklich?

Was soll man sagen? Irgendwann sind wohl die meisten Probleme behoben! Und dann fängt man an das Teil zu genießen. Und jetzt nach rund 15000 Km ist Kati aktuell fehlerfrei. Toi, toi, toi!

Umbauten/ Änderungen – Empfehlungen an Zubehör
  • Wilbers Federbein – Da ich gerne schnell unterwegs bin, stieß ich mit dem original Federbein schnell an meine Grenzen. Die Probleme damit kommen in schnell gefahrenen Kurven zum Vorschein, die nicht den perfekten Belag haben. Hier fängt sie dann an zu wippen. Mit dem Einbau des Wilbers Federbeins ist dieses Verhalten völlig verschwunden.
  • Puig Sportscheibe – Da wir gerne auch längere Touren ohne Anhänger auf eigener Achse zurücklegen, komme ich an der Scheibe nicht vorbei. Sie nimmt sehr viel Druck vom Oberkörper.
  • Griffheizung – Ja, als Tourenfahrer ist man über eine Griffheizung an seiner KTM 790 Duke sehr froh. Da wir auch im Winter durch fahren sowieso.
  • Garantieverlängerung um 2 Jahre

Ihr seht, man kann schon mit wenig sehr viel verändern. Natürlich habe ich in der Zwischenzeit weit mehr umgebaut, aber für den Anfang sollte das fürs Touren reichen.

Was ich mag
  • Das Fahrverhalten in den Kurven. Unglaublich wie leicht sie sich noch in Schräglage korrigieren lässt oder auch ihre Linie hält. Ein echtes „Skalpell“.
  • Den Verbrauch! Ja, wirklich. Ich frag mich echt wie man es schafft an die Sechs Liter zu kommen. Meist lande ich zwischen 4-5 Litern. Dies ist ein super Wert! Ok, vielleicht liegt es auch an meiner Fahrweise. Wer bremst verliert!
  • Das Fahrverhalten und den Platz mit Sozia. Das hat meine Frau und mich total überrascht. Der Platzt ist bequem, der Kniewinkel gut und das Fahrverhalten einwandfrei. (Wilbers)
  • Die Leichtigkeit der KTM. Sie lässt sich handhaben wie ein großes Fahrrad. So leicht. Wahnsinn.
Was mir auf den Sack geht

Die Qualitätsprobleme von KTM! Ich weiß das mich jetzt einige fressen. Aber das ist mir egal! Ich bin vier verschiedene Honda Modelle gefahren und hatte mit allen zusammen nicht halb so viele Probleme (3) wie mit einer KTM 790 Duke! Und nicht nur dieses Modell ist betroffen. Auch die Nachfolge Modelle sind nicht besser! Warum???? KTM 790 Adventure, hat die gleichen Probleme wie die 790 Duke. Bei der KTM 890 Duke gibt es auch schon die ersten Anzeichen. Warum KTM?????

In der heutigen Zeit sollte es kein Problem mehr sein, einen Motor dicht zu bekommen! Warum kann das jeder andere Hersteller, nur KTM nicht? OK, bei einem Einzelfall würde ich hier absolut nichts schreiben. Ich liebe meine Kati! Aber man muss doch Serienprobleme beheben bevor man diese Probleme in neue Modelle übernimmt. Das ist nicht Kundenfreundlich! Und wer bekommt es ab? Der arme Händler! Diese tun mir, teilweise, wirklich leid. Die können gar nichts dafür müssen aber die Schei.. ausbaden.

Echte Probleme gibt es ja meist nicht mit der KTM 790 Duke. Meist sind es Kleinigkeiten die Nerven, Geld und vor allem Zeit kosten.

Ok, es gibt natürlich auch andere Hersteller die Probleme haben mit der Haltbarkeit. Nehmen wir Triumph mit ihrer aktuellen Triumph Street Triple. „Motorrad“ hat es doch tatsächlich fertiggebracht, mit zwei Testmaschinen einen Motorschaden zu bekommen. Und das auch noch einmal bei ca. 20000 Km und einmal bei knappen 30000 Km. Ich möchte nicht wissen, was das für die Besitzer an Verlust bedeutet.

Würde ich sie wiederkaufen?

Aktuell, ja. Als Gebrauchte KTM 790 Duke mit Garantie!  Da hätte man noch die Möglichkeit alle Fehler vom Werk (Händler) beheben zu lassen.
Alternativen sind für mich leider rah. Honda schläft weiter und bringt nichts was mich interessieren wäre außer die Honda CB1000R Neo. Diese ist mir aber eigentlich schon fast wieder zu fett. Triumph wäre interessant gewesen mit ihrer Triumph Street Triple, aber hier ist das Risiko zu groß. Was hätten wir denn noch? Ach ja, die neuen BMW 900er. Naja, wären auch eine Überlegung wert, aber sind fast wieder zu schwer. Aber da wäre auch noch eine Kawasaki 900 Z. Interessantes Konzept. Aber eigentlich liebe ich Zweizylinder. Und die Kawasaki hat hier dann doch 2 Zylinder zu viel. Oder, Yamaha. Eine MT09 wäre doch auch ein nettes Spielzeug. Finde sie leider aber vom Designe, Display etc. doch schon sehr altbacken. Aber trotzdem ein sehr nettes Spielzeug und nur „1“ Zylinder zu viel.

Ich befürchte, aktuell gibt es keine Alternative für mich. Aber vielleicht bringt ja Honda noch einen Zweizylinder mit 800-900 ccm, 80-100 PS und DCT. Wenn ich mit den Füßen runterkomme, wird es vielleicht meine. Wobei mich hier wahrscheinlich wieder das Gewicht abschrecken würde.

Oder wie wäre es mit einer Kooperation zwischen KTM und Honda? 😆 Qualität, Leichtere Maschinen und Zuverlässigkeit. Klingt für mich nicht ganz verkehrt!

Fazit

Ich habe mein aktuelles Motorrad gefunden. Ob ich sie über die Garantie hinaus fahren werde bin ich mir noch nicht sicher. Was ich jedem aber empfehlen kann, ist das Werkstatthandbuch von KTM. Spätestens damit sollte hoffentlich eurem Langzeittest der KTM 790 Duke nichts mehr im Wege stehen. Kaufen? JA! Aber wieder gebraucht.

Würdet ihr die KTM 790 Duke wieder kaufen?

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Marc

Hi, mein Name ist Marc. Ich bin der Gründer von www.marcmachtblau.de. Hier möchte ich euch etwas über unsere Ausflüge in unserer Region (RNK), Zukunft Radverkehr, Mobiliät, Technik und unsere Motorräder berichten. Du findest mich auch bei Facebook, Twitter, Youtube, Pinterest, Instagram und bei Flickr. Gefallen dir meine Bilder? Dann buch mich ganz einfach www.fotograf-schriesheim.de "Genieße jeden Tag, es könnte Dein letzter sein!" Euer Marc

2 Gedanken zu „Langzeittest KTM 790 Duke – 15000 KM, 2 Jahre

  • 21. Juli 2020 um 10:06
    Permalink

    Sehr viele Parallelen hier, Fahrrad, Pedelec, Motorrad, ehem. Honda NC700X DCT, ehem. drei KTM Einzylinder uswusf.. Schön, daß man hier Klartext lesen kann, denn natürlich ist die 790er weit oben auf der Interessensliste. Nach der extrem praktischen und sehr gut fahrbaren aber leider etwas behäbigen, ungrazilen und schweren NC ging es bei uns 2016 mit der MT-07 weiter. Das ist jetzt nicht der letzte Schrei an Motorrad, aber der Motor taugt was, ist extrem schön zu fahren, ist wirtschaftlich, unzerstörbar, schön leise, absolut problemfrei, und insgesamt ist der Wartungs- und Kostenaufwand der preisgünstigen 7er wirklich gering. Bei 183kg fahrfertiger Masse und 75PS dieses bulligen und auch drehfreudigen Zweizylinders habe ich reichlich Vortrieb, aber die KTM ist da nochmal woanders, klar. Nur, wir sind mit unseren beiden MTs (20.000km und 26.000km) vollkommen nervfrei und problemfrei unterwegs, das macht schon Freude. Die MT ist barebone, also ballastfrei, macht keinerlei Statement, ist auch klar keine KTM, besitzt nur Basis-Elektronik, insbes. ein sehr einfaches ABS, ermöglicht aber ein sehr breites Spektrum an Fahrstilen, kann insbes. auch total entspannt gefahren werden. Die 790er Duke sticht für mich erst in dem Moment, wo die Qualität passt. Da ich mich auf mein Fahrzeug verlassen können muß, kommt sie leider derzeit noch nicht in Frage. Fahrwerk und Ergonomie sind sicherlich die starken Punkte der KTM, keine Frage.
    Ich konnte auch die Tracer 900 mit dem CP3 Motor fahren, und der Motor ist – im Gegensatz zu vielen anderen Vielzylindernmotoren – sehr gut. Aber wie du in anderem Artikel schreibst, immer noch ein Zylinder zu viel, nicht mein Ding. Mir ist die MT-07 klar lieber, und so viel schlechter geht die nicht.

    Antwort
    • 21. Juli 2020 um 11:21
      Permalink

      Ja, wenn die Qualität noch super wäre, hätten die anderen Hersteller wirklich noch mehr zu beißen. Danke für deinen netten Beitrag.

      Antwort

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